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Tablet-PCs: Einsatzmöglichkeiten und Nutzenpotenziale

Letzte Woche beim Farbenhändler: Ein Innen-Architekt diskutiert mit einer Klientin. Zieht ein iPad aus der Tasche und geht mit ihr anhand von Fotos ihres Hauses seinen Entwurf durch. Ein Mitarbeiter des Farbengeschäfts gibt dazu Tipps für mögliche Materialien und Farben. Schwer vorstellbar, dass das mit einem Laptop funktionieren würde, oder?

Das genau ist der Reiz von Tablet-Computern, insbesondere im Vertrieb: Die fehlende Barriere zwischen Verkäufer und Kunde. Ein iPad - bei derzeit 85% Marktanteil sind andere Tablet-PCs zumindest derzeit nur Randerscheinungen - kann man auf den Tisch legen und zu dritt oder viert draufschauen. Oder einfach in der Hand halten, jemandem zeigen und diskutieren. Ohne langwieriges Hochfahren des Betriebssystems oder Anmelden. Sondern einfach so, wie man einen Prospekt aufklappt. Nur eben keinen Standardprospekt, sondern mit genau den auf den jeweiligen Kunden zugeschnittenen Daten, Fotos was auch immer.

Das gilt natürlich nicht nur für den Vertrieb. Ein Vorstand stellt sich nicht mit dem Laptop hin, verbindet diesen mehr oder weniger erfolgreich mit einem Beamer und projiziert Folien mit den aktuellen Umsatzzahlen. Aber ein iPad aus der Tasche ziehen, die Business-Intelligence-(BI)-App aufrufen und seinen Kollegen oder Mitarbeitern zeigen, das tut er schon. Deshalb gibt es haufenweise BI-Anbieter und Projekte in diesem Bereich.

Dass Tablets schick sind, ist unbestritten. Das ist aber eher ein Argument für Privatanwender. Diese greifen auch kräftig in die Tasche: Apple konnte seinen Umsatz im zweiten Quartal nochmals deutlich auf 39,2 Milliarden $ steigern. Fast 12 Millionen verkaufte iPads in drei Monaten sprechen für sich. Wie können auch Unternehmen von dieser Technologie profitieren?

Unternehmen profitieren von dieser Technologie

Bereits mit "Bordmitteln" kann man einiges erreichen - einfach dadurch, dass man ein iPad nutzen kann, um eben mal etwas zu zeigen, zu notieren, zu zeichnen, nachzuschauen oder oder oder ... Ein paar Anregungen gibt Apple selbst: http://www.apple.com/de/ipad/business/ipad-at-work/.

Dass das auch im echten Leben funktioniert, bestätigt Oliver Bussmann, CIO von SAP: „Wir können dadurch viele Prozesse beschleunigen“. Kleinere Managementaktivitäten, etwa Freigaben von Beschaffungen, können mit dem iPad zwischendurch erledigt werden. SAP ist offensichtlich vom iPad überzeugt (http://www.wiwo.de/erfolg/trends/tablet-wie-unternehmen-das-ipad-nutzen/6333272.html); die Softwareschmiede hat bereits 15.000 Mitarbeiter damit ausgerüstet und ist damit neben der US Air Force und Korea Telekom der größte Unternehmenskunde.

Die Deutsche Bank setzt als Pilotanwendung in 300 Filialen iPads bei der Kundenberatung ein, Hilti setzt auf eine Bring-Your-Own-Device Strategie: "Jeder Mitarbeiter darf in Zukunft sein eigenes Endgerät, zum Beispiel das iPad 2, mit in das Büro nehmen und damit seine PIM-Daten wie E-Mail oder Kalender synchronisieren" so Tobias Rölz, Head of IT Client & Communication Technology bei der Hilti AG (http://www.computerwoche.de/management/it-strategie/2367428).

Im CRM-Umfeld ist die Mobilität natürlich ein großer Vorteil. Mit SAP Business One kann direkt auf die Kunden-Daten zugegriffen werden, unterwegs und ohne unhandlichen Laptop. So wird dann vielleicht doch die neue Telefonnummer des Kunden an Ort und Stelle erfasst und damit die Datenqualität verbessert (http://itunes.apple.com/de/app/sap-business-one-mobile-application/id392606876?mt=8).

BI-Anwendungen sind eine weitere interessante Domäne von Tablet-Anwendungen: Solche Programme greifen auf bereits vorhandene umfangreiche Datenbestände zu und erzeugen daraus komplexe Auswertungen, Reports oder Diagramme. Es werden also keine Daten eingegeben, sondern Auswertungen angezeigt - oft von mehreren Nutzern gemeinsam diskutiert. Laut der Gartner Group (http://www.readwriteweb.com/enterprise/2011/01/business-analytics-predictions.php) wird 2013 ein Drittel der BI-Nutzung über mobile Endgeräte erfolgen.
Pentaho, eine leistungsfähige Open-Source-BI-Software, bietet sogar die Möglichkeit, auf dem iPad neue Reports zu erstellen. Grade bei den für BI-Anwendungen typischen Visualisierungen wie Tortengrafiken oder Cubes bietet die Gesten-Steuerung eines Touchscreen-Bildschirms erhebliche Vorteile bei der Bedienung (http://www.pentaho.com/mobile-bi/).

Erhebliches Potential haben Tablet-Computer in der Bildung: Durch lange Batterielaufzeit, einfache Bedienung und geringes Gewicht sind sie prädestiniert für den Schul- oder Uni-Alltag. Eine Fülle von Apps unterstützt hierbei, sowohl in den Naturwissenschaften, als auch im künstlerisch-kreativen Bereich (http://www.ipadineducation.co.uk/iPad_in_Education/Welcome.html). Zusammen mit der iTu-nes-University versucht Apple, mit Unterrichtsmaterialien das zu schaffen, was mit Musikgeschäft bereits funktioniert hat: Durch einen einfachen, direkten Vertriebsweg den Online-Markt zu revolutionieren. Noch ist die Akzeptanz in Deutschland eher mäßig, aber das dürfte sich schon bald ändern (http://www.apple.com/de/education/itunes-u/).

Einsatz nicht unproblematisch

Bei aller Euphorie ist der Einsatz von Tablet-Computern und Smartphones im Unternehmen nicht unproblematisch. Die Verwaltung und insbesondere Absicherung dieser Geräte muss gesichert sein; ansonsten entstehen eine Vielzahl von Sicherheitslücken. Technologien wie Mobile Device Management (MDM; http://www.apple.com/de/ipad/business/integration/mdm/) und die zentrale Absicherung dieser Endgeräte (http://images.apple.com/de/ipad/business/docs/iPad_Security.pdf) sind für den Einsatz von Tablets im Unternehmen unbedingt erforderlich.

Es scheint kein vorübergehender Trend zu sein; offensichtlich treffen Tablet-Computer einen bisher ungedeckten Bedarf. Nach Meinung der Auguren werden sie PCs und Laptops erheblich zurückdrängen. Nach Schätzungen der Gartner Group (http://www.gartner.com/it/page.jsp?id=1980115) wächst der Markt bis zum Jahr 2016 auf fast 400 Millionen Geräte pro Jahr; etwa die Hälfte davon von Apple. Microsoft ist und bleibt hier eher ein Nischenanbieter.

CEBIS hilft weiter

Unternehmen, die Informations- und Beratungsbedarf zu Chancen, aber auch Risiken von IT und Internet haben, können sich an CEBIS wenden. In Veranstaltungen und Einzelberatungen können Unternehmen Hilfestellung durch kompetente Experten erhalten. Informieren Sie sich auf der CEBIS-Website über die entsprechenden Termine und melden Sie sich möglichst frühzeitig an.

Quelle und Copyright: Internetauftritt des Landkreises Neu-Ulm, http://www.landkreis.neu-ulm.de

Tipp des Monats Mai 2012